Technik und Telekommunikation

Deutsche haben vergleichsweise wenig Datenvolumen

1.350 Millionen Gigabyte mobiles Datenvolumen werden die Deutschen laut TK-Marktanalyse Deutschland 2017 verbrauchen. Aber der Datenverkehr könnte wohl noch deutlich höher sein. Denn im europäischen Vergleich wird deutlich, dass die Deutschen bislang vergleichsweise wenig für ihr Geld kriegen. Während unsere Nachbarn in den Niederlanden oder der Schweiz unbegrenzt surfen können, bekommen die Deutschen Verbraucher laut Digital Fuel Monitor für bis zu 30 Euro maximal 15 Gigabyte Datenvolumen. Die gute Nachricht ist, es tut sich etwas auf dem Markt – noch im April waren zu diesem Preis maximal sechs Gigabyte drin.

Anzahl der per Glasfaser versorgten Haushalte in Deutschland

Die Zeitreihe bildet die Entwicklung der Anzahl der per Glasfaser versorgbaren Haushalte in Deutschland bis 2017 ab. Rund 2,1 Millionen Haushalte waren im Jahr 2015 an das Glasfasernetz angeschlossen, davon nutzen allerdings nur 590.000 Haushalte den Zugang aktiv als Internetanschluss. Rund 1,5 Millionen Haushalte machten von dieser Möglichkeit keinen Gebrauch.

Deutschland bleibt Glasfaser-Entwicklungsland

Nur 1,8 Prozent aller stationären Breitbandanschlüsse in Deutschland waren im Dezember 2016 mit einem Glasfaserkabel verbunden. Das zeigen Daten der OECD. Fast nirgendwo in den Industriestaaten ist der Glasfaseranteil derartig niedrig. Absolute Weltspitze ist Japan mit rund 75 Prozent. In Europa sind die skandinavischen Länder – allen voran Schweden (55 Prozent) – führend.

In Deutschland kommt der Ausbau bislang nur sehr schleppend voran. Gegenüber der Vorerhebung aus dem Juni 2016 ist der Glasfaser-Anteil lediglich um 0,2 Prozentpunkte gestiegen.

In Deutschland gibt es wenig Internet für viel Geld

So teuer wie die Deutschen surft in der EU fast niemand. Für einen Vertragspreis von 35 Euro monatlich bekommen Nutzer hierzulande 4 GB Datenvolumen im LTE-Netz. Weniger sind es nur in Ungarn, wo Kunden 1 GB zur Verfügung steht. Auch die USA hat der finnische Telekommunikationsberaters Rewheel in seinen Vergleich mit einbezogen: Das Land entpuppt sich in Bezug auf mobiles Internet mit 2 GB als Land der sehr begrenzten Möglichkeiten. Ganz anders sieht es da in Finnland aus. Hier genießen Nutzer für 35 Euro unbegrenztes Surf-Vergnügen. Dementsprechend hoch ist mit durchschnittlich 10 GB pro Monat auch der Verbrauch je Nutzer. In Frankreich bekommen Kunden 50 GB, also rund zwölf Mal mehr Datenvolumen als hierzulande. Im deutschen Nachbarland Dänemark stehen Kunden für 35 Euro 40 GB zur Verfügung.

In Europa surfen die Holländer am schnellsten

Wer zügig mit dem Smartphone surfen möchte, sollte in die Niederlande fahren. Im Wettkampf um die schnellsten mobilen Datenverbindungen sind die Holländer nämlich die ganz klaren Gewinner. Die drei größten Städte des Landes gehören in Sachen LTE-Geschwindigkeit zu den Top 5 in Europa. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung von OpenSignal, bei der die Daten von Smartphone-Nutzern in 40 Metropolregionen in der EU ausgewertet wurden.

Deutsche Großstädte schneiden dabei enttäuschend ab: Während Berlin und München zumindest im unteren Mittelfeld landen, finden sich Smartphone-Nutzer in Hamburg und Frankfurt eher auf der Standspur der Datenautobahn wieder.