Digitalisierung Handwerk und Mittelstand

Handwerk und Mittelstand stehen bei der zunehmenden Digitalisierung und Einführung von durchgängigen elektronischen Geschäftsprozessen vor besonderen Herausforderungen: Sie verfügen meist nicht über eigene IT-Abteilungen und ihre Ressourcen sind zu knapp, um externe Dienstleister zu beauftragen. Dabei bieten neue Softwarelösungen, Internetanwendungen und standardisierte eBusinesss-Prozesse gerade kleinen und mittleren Unternehmen enorme Effizienzpotentiale und vielfältige neue Geschäftsfelder.

Positionierung

Nutzung von digitalen Technologien in Unternehmen 2017

Die Grafik zeigt das Ergebnis einer im Jahr 2017 in Deutschland durchgeführten Umfrage zur künftigen und aktuellen Nutzung von digitalen Technologien. 75 Prozent der befragten Führungskräfte, die in ihrem Unternehmen für das Thema Digitalisierung verantwortlich sind, gaben an, dass in ihrem Unternehmen aktuell bereits Cloud Computing im Einsatz ist.

Digitalisierung prägt das Geschäft deutscher Start-ups

Wer in Deutschland ein Start-up gründet, kommt an der Digitalisierung nicht vorbei. Laut des „Deutschen Startup Monitors 2017“ geben 61,1 Prozent der deutschen Gründer an, dass die Digitalisierung einen sehr großen Einfluss auf ihr Geschäftsmodell hat.

Wie nachfolgende Infografik zeigt, ist zudem Deutschland mit 78,7 Prozent des Umsatzes der wichtigste Markt für deutsche Start-ups. Die übrige EU ist der zweitwichtigste Markt. Laut Monitor sind für zwei von drei Start-ups Unterschiede in der Gesetzgebung und Regulierung die größte Herausforderung für die Internationalisierung.

Hemmnisse für Unternehmen bei der Digitalisierung

Die Grafik zeigt den Anteil der befragten Anwender und Planer von Industrie-4.0-Anwendungen, die folgende Hemmnisse im Unternehmen sehen.

Befragt wurden Anwender und Planer von Industrie 4.0 Anwendungen in Unternehmen ab 100 Mitarbeiter.

Förderprogramme für Digitalisierung und Innovation

Um die digitale Transformation und die Innovationstätigkeit des Mittelstandes gezielt unterstützen zu können, wird die KfW ihre Innovationsfinanzierung zum 01.07.2017 neu aufstellen. Die neue Produktfamilie „ERP-Innovationsfinanzierung“ besteht aus zwei Produkten:

Der ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit (Fremdkapital mit optionaler Haftungsfreistellung), mit dem Digitalisierungs- und Innovationsvorhaben sowie Maßnahmen innovativer Unternehmen finanziert werden können und dem „ERP-Mezzanine für Innovation„, über das Finanzierungspakete aus Fremd- und Nachrangkapital – oder auch in einer Variante als reiner Refinanzierungskredit – zur Finanzierung von Forschungs- und Entwicklungsvorhaben bereitgestellt werden.

Der ERP-Digitalisierungs- und Innovationskredit ermöglicht innovativen, etablierten Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft im Inland eine zinsgünstige Finanzierung von Vorhaben in Deutschland. Der Europäische Fonds für strategische Investitionen („EFSI“) hat zum Ziel, die Finanzierung und Durchführung produktiver Investitionen in der Europäischen Union zu fördern sowie den verbesserten Zugang zu Finanzierungen sicherzustellen. Daher wird in diesem Programm den durchleitenden Finanzierungspartnern optional eine Haftungsfreistellung von 70 % angeboten. Kleine und mittlere Unternehmen im Sinne der KMU-Definition der EU erhalten haftungsfreigestellte Kredite zu besonders günstigen Konditionen.

Das Programm ERP-Mezzanine für Innovation dient der langfristigen zinsgünstigen Finanzierung marktnaher Forschung und der Entwicklung neuer Produkte, Verfahren / Prozesse oder Dienstleistungen sowie ihrer wesentlichen Weiterentwicklung in Deutschland.  Diese Forschungs- und Entwicklungsphase kann bis zum Beginn der kommerziellen Nutzung begleitet werden.